Amateurfunk ab dem Jahr 1920 in Halle/Saale

1. Einleitung – Beginn des Amateurfunks in Halle/Saale

2. Entstehen von Radioklubs und Entwicklung bis 1945

Zur genannten Zeit war Sendetätigkeit aber nur als Schwarzsender möglich. Erst 1933 gab es offizielle Genehmigungen unter bestimmten Bedingungen und nach dem Ablegen einer Prüfung.

Es gab jedoch keinen allgemeinen Zugang zu Sendelizenzen, bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Juden und andere waren ausgegrenzt. Die überwiegende Mitglieder des DASD waren Hörer mit einer DE-Nummer. Von etwa 4800 Mitgliedern hatten maximal 500 eine Sendegenehmigung. Jeder OM war zu einer lückenlosen Dokumentation seiner Sendetätigkeit verpflichtet. Es mußte der gesamte Sendeinhalt ins Logbuch eingetragen werden. Für alle Amateure galt ein geheimes Verbot aus dem Jahre 1936, daß mit russischen Stationen kein Funk- oder Briefverkehr erlaubt war.

In einem Schreiben des Reichspostministers vom 16. Dezember 1937 werden weitere Verhaltensregeln vorgeschrieben:

– Die Sendeerlaubnis berechtigt nur zu Versuchen

– Zulässig ist nur Telegraphie (rein ungedämpft oder tönend moduliert)

– Verkehr mit Schwarzsendern ist verboten

– Bei Verstößen gegen Auflagen ist künftig Zuchthausstrafe verwirkt

Aus den Mitteilungen des DASD zur Organisationsstruktur LandesOpitz, D 4 MQU, Beesener Straße 5. Die vollständigen Rufzeichenlisten für die Jahre 1925 bis 1944 einschließlich der Kriegsfunk-genehmigungsteilnehmer liegen vor. So enthält die „Rufzeichenliste der von der Deutschen Reichspost genehmigten Liebhaberfunksender Stand 5. Mai 1937“ für Halle und Umgebung:

D 4 ALL Max Drechsler, Gräfestraße 18

D 4 MNL Gotthold Danzke, Landsberg, Hallische Straße 94

D 4 MQL Gerhard Opitz, Beesener Straße 5

D 4 MSL Dr. Landsmann, Merseburg, Lauchstädter Straße 9

D 4 PXL Max Drechsler, Gräfestraße 18

D 4 TFL Friedrich Externbrink, Passendorfer Weg 88

D 3 MFL Dr. Paul Greif, Goethestraße 20 verband U (Sachsen), war im OV Halle der Ortsverbandsführer Gerhard Opitz,

D 4 MQU, Beesener Straße 5.

So enthält die „Rufzeichenliste der von der Deutschen Reichspost genehmigten Liebhaberfunksender Stand 5. Mai 1937“ für Halle und Umgebung:

D 4 ALL Max Drechsler, Gräfestraße 18

D 4 MNL Gotthold Danzke, Landsberg, Hallische Straße 94

D 4 MQL Gerhard Opitz, Beesener Straße 5

D 4 MSL Dr. Landsmann, Merseburg, Lauchstädter Straße 9

D 4 PXL Max Drechsler, Gräfestraße 18

D 4 TFL Friedrich Externbrink, Passendorfer Weg 88

D 3 MFL Dr. Paul Greif, Goethestraße 20

Neben den D4- und D3- Rufzeichen für Amateure gab es D2-Rufzeichen für Post, Firmen, Institute und Lehranstalten. Es war strengstens verboten, zwischen Amateuren und diesen Stationen Kontakte aufzunehmen. Das ergab sich aus deren Aufgabenstellung u.a. für Waffenentwicklung und Forschung. Im Raum Halle waren dies D 2 BA, Physikalisches Institut der Universität Halle, Paradeplatz 6 Leistung 10 Watt Frequenzen im 40, 20 und 10 m-Band Aufgabenstellung: Ausbreitungsversuche

D 2 BD Professor Dr. Wigge Staatliche Hochschule für angewandte Technik Köthen Leistung 10 Watt Frequenzen 10cm bis 1m Aufgabenstellung: hochfrequenztechnische Entwicklungs- und Forschungsarbeiten im Auftrage des Heereswaffenamtes

Die „Verordnung über Sender für Funkfreunde“ vom 9.Januar 1939 entspricht dem Geist der Zeit und enthält weiter verschärfte Bedingungen. So darf nur Reichsbürgern, nunmehr auch keinen jüdischen Mischlingen, eine Sendegenehmigung erteilt werden.

Mit Kriegsausbruch 1. September 1939 wurden alle ausgegebenen Genehmigungen zurückgenommen und die Geräte eingezogen.

Später wurden an wenige ausgewählte OM Kriegsfunklizenzen ausgegeben. In Halle war es:

D 4 DYL Eberhard Scheller, Oberst-Erdmann-Straße 8 (jetzt am Heiderand) Irgendeine Verbindung zur Heeres- und Luftnachrichtenschule Heide kaserne konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Eine Episode aus der dunkelsten Zeit des DASD:

Der eingesetzte Präsident des DASD SS-Obersturmführer und General der Waffen-SS schrieb an den Reichsführer-SS und Reichsminister des Inneren Heinrich Himmler am 31.Juli 1944. Er beschwert sich über den unzureichenden Einsatz der Funkamateure im Sinne der totalen Kriegsführung. Das sei ein Verbrechen und er fordert ihre entsprechende Verwendung.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden am 21. April 1945 im Auftrag der Militärregierung nach dem Einzug der amerikanischen Truppen eine Reihe von Befehlen erlassen, die das Leben der Hallenser streng reglementierten. So war jeglicher Nachrichtenverkehr wie Post-, Fernsprech-, Fernschreib- und Funkverkehr sofort einzustellen.

Selbst Tauben, die zur Nachrichtenübermittlung eingesetzt werden konnten, waren zu töten oder es waren ihre Flügel zu stutzen. Der DASD wurde wie jede Organisation mit Kriegsende 1945 verboten.


3. Amateurfunk in der DDR

Danach gab es die verordnete Funkstille. Doch funkten Unentwegte in Ost und West schwarz und lebten damit durchaus riskant. Nach und nach wurden für die westdeutschen Funkamateure bei entsprechender Genehmigung territoriale Radio-Clubs gegründet. Um senden zu dürfen bedurfte es auch dort noch vieler Bemühungen.

Ab 19. Januar 1949 galt in der BRD das Amateurfunkgesetz.. Danach wurde 1950 der DARC gegründet, in den die vorherigen Clubs integriert wurden.

Die Funkamateure in der DDR mussten sich noch bis zum 6. Februar 1953 gedulden.

UKW-Funkgerät R-105 (links) und andere Militärtechnik
Alte Militär-Technik EK4L

Später kam dann Sprechfunk als SingleSideBand-Modulation (SSB) dazu, der die Amplitudenmodulation schnell verdrängte. Die Technik bestand aus selbst gebauten Geräten sowie ausgemusterte Militärtechnik. Antennen wie z.B. W3DZZ oder Dipol für KW und Yagi Antennen für UKW wurden selber gebaut. Alle Klubstationen wurden ab Mitte der 1970er Jahre mit dem 100W – Transceiver Teltow 210 / 215 für die Kurzwellenbänder ausgerüstet. UKW-Sender entstanden im Eigenbau und später mit Geräten vom Funkwerk Köpenick die frequenzmäßig umgerüstet wurden.

Die Schulung in den Klubstationen erfolgte in Stufen, beginnend mit Kurzwellenhörer (SWL)/ Empfangsanwärter DM-EA und endend zunächst mit einer Mitbenutzerlizenz an einer Klubstation. Im Regelfall mussten Anwärter für eine Einzellizenz und Klubstationsleiter die zentrale Nachrichtenschule der GST in Schönhagen bei Berlin besuchen.

An der Klubstation – Technik: Teltow 215D und Empfänger EKV


4. Neue Aktivitäten nach 1990
Walter, DL2HUB

Im OV W19 wurden 2 Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Amateurfunkprüfung an der Klubstation DL0HAL organisiert. Später wurden ebenso im Saalekreis OV W38 Lehrgänge durchgeführt.




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